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CandysAI

So schreibst du eine gute Hintergrundgeschichte für deine KI-Figur: Tipps für den Editor

9 Min. Lesezeit

Frau mit kurzen fliederfarbenen Haaren skizziert auf dem Balkon, um sie schweben Zettel mit Gitarre, Kaffee und Bergen

Zwei Menschen erstellen im Editor eine Figur mit demselben Beruf: Fotografin. Die erste Person schreibt in die Geschichte: „Sie ist nett, klug, lustig und mag Fotos.“ Die zweite: „Sie fotografiert Hochzeiten, um die Miete zu zahlen, liebt aber eigentlich Fotos von alten Leuchtreklamen. Auf ihrem Handy hat sie einen Ordner mit vierhundert Bildern von Schildern aus Leipzig und nimmt sich ständig vor, daraus eine Ausstellung zu machen.“ Nach einer Woche Chat klingt die erste Figur wie ein höflicher Automat und die zweite wie jemand, den du gleich wieder fragen möchtest, was sie heute fotografiert hat.

Der Unterschied hat nichts mit literarischem Talent zu tun, sondern mit ein paar einfachen Entscheidungen. Die Hintergrundgeschichte einer Figur ist für die KI so etwas wie die Erinnerung an sich selbst. Je konkreter sie ist, desto leichter fällt es der Figur, stimmig und lebendig zu antworten, statt auf Allgemeinplätze zurückzugreifen.

In diesem Beitrag zeigen wir, wie du die Geschichte im Editor von CandysAI schreibst: was hineingehört, was du vermeiden solltest und wie aus einer schwachen Geschichte eine gute wird.

Wo im Editor der Charakter einer Figur entsteht

Die Persönlichkeit einer Figur steckt nicht in einem einzigen Feld. Im Schritt „Persönlichkeit“ wählst du Charakterzüge (zum Beispiel neugierig, sarkastisch oder fürsorglich), trägst Beruf und Interessen ein, legst den Schreibstil fest (Locker, Verspielt, Sanft, Direkt oder Poetisch) und bestimmst, wer die Figur für dich ist. Im letzten Schritt, „Geschichte und Begrüßung“, gibt es drei Textfelder: die Kurzbeschreibung auf der Karte der Figur, Geschichte und Szenario sowie die erste Nachricht.

Dieser Beitrag dreht sich vor allem um das Feld „Geschichte und Szenario“. Der Hinweis im Editor sagt klar, was hineingehört: wie ihr euch kennt, was die Figur macht und welche Geschichte sie hat. Die zuvor gewählten Charakterzüge sind das Gerüst. Die Geschichte gibt ihm ein Gesicht.

Die gute Nachricht: Du musst keinen Roman schreiben. Das Feld hat eine begrenzte Länge, also zählt jeder Satz. Fünf konkrete Sätze wirken besser als fünf Absätze voller Allgemeinplätze.

Fünf Zutaten, die eine Geschichte lebendig machen

1. Konkrete Details statt Adjektive

„Kocht gern“ sagt wenig. „Backt sonntags Sauerteigbrot mit einem Sauerteig, den sie Herbert getauft hat“ sagt sehr viel: dass sie Rituale hat, Humor und Geduld. Die Figur kann später ganz natürlich erwähnen, dass Herbert schon wieder nicht aufgegangen ist, und du kannst nach ihm fragen. Ein Detail gibt dem Gespräch einen Anknüpfungspunkt.

2. Kleine Marotten

Menschen, und auch gute Figuren, bleiben durch ihre Gewohnheiten im Gedächtnis: Jemand sitzt im Zug immer am Fenster, jemand zählt Treppenstufen, jemand hasst es, wenn der Tee kalt wird. Eine oder zwei solcher Marotten reichen. Mehr davon wirkt wie eine Liste von Seltsamkeiten statt wie ein Charakter.

3. Fehler und Schwächen

Eine Figur ohne Fehler ist langweilig und ein bisschen unrealistisch. Es geht nicht um toxisches Verhalten, sondern um menschliche Schwächen: Sie kommt zu spät, schiebt E-Mails auf morgen, hat eine Schwäche für zu teure Schuhe, kann nicht zugeben, dass sie Flugangst hat. Schwächen machen eine Figur warm und liefern Stoff für Witze. Welche Gefühle und Reaktionen eine Figur zeigen kann und welche nicht, beschreiben wir ausführlicher im Beitrag über Eifersucht, Streit und Schweigen im Chat mit einer KI-Figur.

4. Die Stimme

Den Schreibstil wählst du aus einer Liste, in der Geschichte kannst du ihn aber genauer beschreiben. Benutzt die Figur Verniedlichungen? Streut sie Wörter aus einer anderen Sprache ein? Schreibt sie kurze Sätze oder kommt sie bei langen Geschichten richtig in Fahrt? Ein Satz wie „schreibt kurz, beendet Nachrichten oft mit einer Frage und benutzt nie Emojis“ macht einen riesigen Unterschied. Wenn deine Figur Witze machen soll, lies auch, wie Figuren scherzen und warum das wichtig ist.

5. Ein paar Erinnerungen

Zwei, drei Ereignisse aus der Vergangenheit geben einer Figur Tiefe: das erste Konzert, zu dem sie allein gegangen ist, der Umzug in eine andere Stadt, die Oma, die ihr Kartenspielen beigebracht hat. Die Figur kann darauf zurückkommen, wenn das Gespräch ein ähnliches Thema berührt. Erinnerungen wirken am besten, wenn sie klein und sinnlich sind, nicht heldenhaft.

Vorher und nachher: dieselbe Figur zweimal geschrieben

Angenommen, du erstellst einen Freund namens Felix, der dir nach der Arbeit Halt geben soll. Hier ist die Version, die wir am häufigsten sehen:

„Felix ist nett, lustig, intelligent, gutaussehend, sensibel, selbstbewusst, aber auch schüchtern. Er mag Sport, Musik, Filme, Reisen und Bücher. Er ist immer für dich da und unterstützt dich immer.“

Was funktioniert hier nicht? Eine Wand aus Adjektiven, von denen keins in Aktion gezeigt wird. Ein Widerspruch (selbstbewusst, aber schüchtern) ohne Erklärung. Interessen, die so breit sind, dass nichts daraus folgt. Und ein „immer“, das die Figur in eine Ja-Sage-Maschine verwandelt.

Und jetzt dieselbe Figur, konkret geschrieben:

„Felix ist 31 und Rettungsschwimmer in einem Freibad in Hamburg. Ihr habt euch kennengelernt, als er dir einen Tipp gegeben hat, wie du beim Kraulen kein Wasser mehr schluckst. Morgens ist er eine Plaudertasche, abends wird er stiller und hört lieber zu. Er joggt mit seinem Hund Knopf, der Angst vor Tauben hat, an der Elbe entlang. Er hat eine Schwäche für alte Actionfilme und kann sie auswendig zitieren, was er für ein Talent hält und seine Schwester für eine Krankheit. Seit drei Jahren spart er auf einen Tauchkurs. Er schreibt kurz und locker und verdreht manchmal Sprichwörter. Wenn jemand einen schlechten Tag hat, gibt er keine Ratschläge, sondern fragt, was helfen würde.“

Diese Version ist nicht viel länger, gibt der Figur aber einen Ort, einen Beruf, eine Art zu unterstützen, einen Hund, eine Familie, einen Traum, eine Schwäche und einen Tagesrhythmus. Aus „schüchtern“ ist etwas Verständliches geworden: Abends hört er lieber zu. Aus so einer Geschichte ergeben sich sofort Gesprächsthemen:

„Wie geht’s Knopf, kämpft er immer noch gegen die Tauben?“
„Ich habe heute für gar nichts Kraft. Kannst du mir etwas Albernes aus deinen Filmen zitieren?“

Was du in der Geschichte vermeiden solltest

  • Widersprüche ohne Erklärung. Wenn du bei den Charakterzügen „selbstbewusst“ wählst und in der Geschichte von großer Schüchternheit schreibst, muss die KI raten. Entscheide dich oder erkläre es: „auf der Bühne selbstbewusst, im Gespräch unter vier Augen schüchtern“.
  • Listen von Adjektiven. „Herzlich, neugierig, romantisch“ wählst du schon bei den Charakterzügen. In der Geschichte zeigst du es in Aktion.
  • Die Wörter „immer“ und „nie“ bei Gefühlen. Eine Figur, die „immer zustimmt“, wird schnell flach. Gib ihr eine eigene Meinung, und sei es zur Pizza mit Ananas.
  • Anweisungen an eine Maschine. „Antworte in 3 Sätzen, sei hilfreich“ klingt wie eine Hausordnung. Beschreib lieber, wie die Figur von Natur aus schreibt.
  • Zu viel Drama. Eine tragische Vergangenheit in jedem Satz färbt jedes Gespräch traurig. Eine schwierige Erfahrung kann Tiefe geben, fünf machen die Figur zum Melodram.
  • Echte Personen und Inhalte für Erwachsene. Figuren müssen volljährig sein, dürfen keine echten, existierenden Personen darstellen und keine erotischen Inhalte enthalten. Solche Geschichten kommen nicht durch die Prüfung.

Geschichte, Beziehungstyp und erste Nachricht

Derselbe Satz „wie ihr euch kennt“ klingt bei einer Freundin anders als bei einem Partner oder einer Abenteuergefährtin. Bevor du anfängst zu schreiben, lohnt es sich zu entscheiden, welche Beziehung du aufbauen willst. Dabei hilft der Beitrag über romantische und freundschaftliche Figuren. Die Geschichte sollte zu dieser Wahl passen: Wenn Felix ein Freund sein soll, schreib nicht, dass er seit Jahren heimlich in dich verliebt ist.

Die erste Nachricht ist der erste Eindruck. Am besten ergibt sie sich aus der Geschichte und gibt dir eine einfache Möglichkeit zu antworten. Statt „Hallo, wie geht’s?“ zum Beispiel:

„Hey. Knopf hat gerade die nächste Schlacht gegen eine Taube verloren, ich brauche also jemanden, der mich tröstet. Und wie hast du den heutigen Tag überstanden?“

Ein Hinweis zur Anrede: Wenn du die Figur nur für dich erstellst, kann sie dich mit deinem Namen oder einem Kosenamen ansprechen. Wenn du an eine Veröffentlichung denkst, formulier die erste Nachricht so, dass sie für alle passt, also ohne Namen und ohne Annahmen über das Geschlecht.

Für alle, die gern die volle Kontrolle haben, gibt es im Editor auch den erweiterten Modus, in dem du den ganzen Identitäts-Prompt selbst schreiben kannst, also die Beschreibung, der die KI folgt. Für den Anfang brauchst du ihn nicht. Eine gute Geschichte im normalen Feld reicht völlig.

Veröffentlichung: wenn du die Figur anderen zeigen willst

Eine Figur aus dem Editor ist zunächst privat, nur du chattest mit ihr. Wenn du findest, dass sie bereit für andere ist, kannst du sie zur Veröffentlichung einreichen. Zuerst durchläuft sie eine automatische Prüfung, danach sieht sie sich noch ein Moderator an. Das dauert meist bis zu einem Tag. Du kannst die Figur jederzeit wieder auf privat stellen.

Gut zu wissen: Die Zahl der Figuren pro Konto ist begrenzt. Ein guter Grund, eine Figur auszuarbeiten, statt fünf Entwürfe anzulegen. Die Geschichte kannst du ohnehin später verbessern: Wenn du nach ein paar Gesprächen merkst, dass etwas fehlt, ergänze ein Detail und schau, wie sich das Gespräch verändert.

Kurze Checkliste vor dem Speichern

  1. Erzählt die Geschichte, wie ihr euch kennt?
  2. Steckt mindestens ein konkretes Detail darin, nach dem man fragen kann?
  3. Hat die Figur einen Fehler oder eine Schwäche?
  4. Weiß man, wie sie schreibt, nicht nur, wie sie ist?
  5. Widersprechen sich Charakterzüge, Geschichte und Beziehungstyp nicht?
  6. Lädt die erste Nachricht zum Antworten ein?

Wenn du alle Fragen mit „ja“ beantwortest, hat deine Figur einen guten Start. Der Rest passiert im Gespräch, denn die Figur merkt sich wichtige Dinge, die du ihr erzählst, und mit der Zeit wird eure gemeinsame Geschichte genauso wichtig wie die im Editor. Wenn du dich fragst, wie Technik Aussehen und Charakter zu einer Figur verbindet, lies den Beitrag darüber, wie ein KI-Gesprächspartner entsteht. Und dann probier es aus: eine Figur, fünf konkrete Sätze und eine erste Nachricht, auf die man einfach antworten will.

Häufige Fragen

Wie schreibe ich eine Hintergrundgeschichte für eine KI-Figur?

Beginne damit, wie ihr euch kennt und was die Figur macht. Ergänze ein paar konkrete Details, eine Schwäche, eine Beschreibung des Schreibstils und zwei, drei Erinnerungen. Vermeide Adjektivlisten und Widersprüche.

Wie lang sollte die Geschichte einer Figur sein?

Ein paar konkrete Sätze reichen. Das Feld im Editor hat eine begrenzte Länge, und fünf gute Details wirken besser als eine lange, allgemeine Beschreibung.

Kann ich die Geschichte meiner Figur später ändern?

Ja. Geschichte, Aussehen und Persönlichkeit deiner eigenen Figur kannst du jederzeit bearbeiten, und die Änderungen wirken sich auf die folgenden Gespräche aus.

Warum wurde meine Figur nicht veröffentlicht?

Öffentliche Figuren durchlaufen eine automatische Prüfung und eine Kontrolle durch die Moderation. Die Figur muss volljährig sein, darf keine echte Person darstellen und keine erotischen Inhalte enthalten. Privat kannst du trotzdem mit ihr chatten.

Chatte mit einer KI-Figur

Die Figuren von CandysAI merken sich, was bei dir los ist, und melden sich in wichtigen Momenten.